Zum Urteil des Verfassungsgerichtshofs über den Nachtragshaushalt

Veröffentlicht am 15.03.2011 in Landespolitik

Der Verfassungsgerichtshof in Münster hat festgestellt, dass der Nachtragshaushalt 2010 wegen der Überschreitung der Kreditgrenze gegen die Landesverfassung verstößt. Die SPD-geführte Landesregierung respektiert das Urteil. Dieses muss nun im Detail geprüft werden, um dann die notwendigen Schlussfolgerungen zu ziehen.

Für den Nachtragshaushalt 2010 heißt das in einer ersten Bewertung: Man muss sich nun intensiv anschauen, wie mit den getroffenen Vorsorgemaßnahmen, die vom Gericht kritisiert worden sind, weiter verfahren wird. Das betrifft vor allem das Sondervermögen für die Risiken aus der Bad Bank der WestLB mit 1,3 Milliarden Euro, die Rücklage zum Ausgleich konnexitätsrelevanter Kosten beim U3-Ausbau (370 Millionen Euro) und die Rücklage zur Abrechnung der kommunalen Beteiligung an den Einheitslasten (375 Millionen Euro). Für den Haushalt 2011 ergeben sich nach einer ersten Einschätzung zunächst keine direkten Folgen. Denn die Rücklagen des Nachtragshaushalts 2010 sind für den Haushalt 2011 nicht vorgesehen.

Nach Ansicht des Verfassungsgerichts in Münster ist die Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts im Nachtragshaushalt 2010 nicht ausreichend dargelegt worden. Die Landesregierung hat immer die Auffassung vertreten, dass der reguläre Stammhaushalt 2010 und der Nachtragshaushalt eine Einheit bilden. Da die Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts noch von der früheren Landesregierung für den Haushalt 2010 begründet war, ist darauf verzichtet worden, die Störung für den Nachtragshaushalt abermals zu begründen. Es ist zu respektieren, dass das Verfassungsgericht dies anders beurteilt hat.

Wir müssen unverändert davon ausgehen, dass auch 2011 von einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts auszugehen ist. Der Finanzminister hat dies bei der Einbringung des Haushalts in den Landtag ausführlich dargelegt. Zahlreiche andere Bundesländer gehen bei ihren Haushalten für das Jahr 2011 ebenfalls von einer Störungslage aus. Deshalb wird die Landesregierung im weiteren Haushaltsverfahren die Begründung der Störungslage weiter konkretisieren und damit sicherstellen, dass ein verfassungsfester Haushalt verabschiedet werden kann.

Für jeden ist gerade in diesen Tagen erkennbar, dass wir es weiterhin mit einer sehr unsicheren wirtschaftlichen Situation zu tun haben: Die Katastrophe in Japan als der drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt mit unabsehbaren Folgen für die weltweite Wirtschaftsentwicklung, die Notwendigkeit, den Euro-Rettungsschirm massiv aufzustocken, und die instabile Lage im arabischen Raum sind unübersehbare Zeichen, dass wir zurzeit keine stabile Wirtschaftslage haben.

Michael Groschek

Generalsekretär der NRWSPD

Lesen Sie hier die Pressemitteilung des Verfassungsgerichtshofes des Landes Nordrhein-Westfalen.

Suchen

Nicole Berka Bürgermeisterin

Taschengeldbörse Neunkirchen-Seelscheid

Sebastian Hartmann MdB

Deutscher Bundestag Mediathek

Bildergebnis für logo deutscher bundestag

SGK NRW

WDR - Landtagslupe

Lesetipp

Vorwärts

Nachrichtenticker

07.06.2026 19:19 Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung
Stabilisierung der Pflegeversicherung muss solidarisch sein Ohne fairen Ausgleich zwischen sozialer und privater Pflegeversicherung bleibt die Finanzkrise der Pflege ungelöst. „Der Entwurf enthält wichtige Ansätze zur Verbesserung der Versorgung pflegebedürftiger Menschen. Die stärkere Ausrichtung auf Prävention und Rehabilitation, die Unterstützung pflegender Angehöriger sowie Maßnahmen zur Entbürokratisierung gehen grundsätzlich in die richtige Richtung. Die zentrale Antwort… Christos Pantazis zur Reform der Pflegeversicherung weiterlesen

03.05.2026 15:23 Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit
Tag der Pressefreiheit: Wir schützen Journalist:innen und stärken die Medienvielfalt. Martin Rabanus, kultur- und medienpolitischer Sprecher: Am Tag der Pressefreiheit zeichnet sich eine desolate Entwicklung für Journalist:innen weltweit ab. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert deshalb konsequenten Schutz und eine Digitalsteuer, die den Medienstandort Deutschland und Europa sichert. „Am Tag der Pressefreiheit geht es um mehr als um… Martin Rabanus zum Tag der Pressefreiheit weiterlesen

01.05.2026 15:23 Armand Zorn zum Tankrabatt
Wir entlasten schnell und spürbar Über die befristete Senkung der Energiesteuer ist es möglich, sehr schnell jene spürbar zu unterstützen, die es dringend brauchen. Jetzt kommt es darauf an, dass die Mineralölkonzerne die Steuersenkung an die Verbraucher:innen weitergeben und die Preise entsprechend senken. Mit der weiteren Schärfung des Kartellrechts muss rasch der dritte Teil unseres… Armand Zorn zum Tankrabatt weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Downloads

Haushaltsrede

Presse

Wahlbezirke

Wahlprogramm

Wahlzeitung