Wer den Sumpf trockenlegen will, sollte nicht die Frösche fragen.

Veröffentlicht am 07.07.2021 in Verkehr

Ulrich Galinsky

Die grüne Wertung, die Wiederaufnahme des gemeindlichen Straßenausbauprogramms als Unsinn (s. Mitteilungsblatt vom 25.06.2021) zu bezeichnen, kam wenig überraschend für mich. Seit der letzten Kommunalwahl sind bei den GRÜNEN in verantwortlicher Position Wortführer, die ihr eigenes Wahlprogramm ad absurdum führen, die bisherige Kommunalpolitik ignorieren und sich über Bestimmungen hinwegsetzen.

Neunkirchen-Seelscheid ist als Straßenbaulastträger für den Bau und den Erhalt der Gemeindestraßen zuständig. Über Jahre haben Gemeindeverwaltung und Gemeinderat den Zustand der Straßen in der Gemeinde ermittelt und festgestellt, dass sich ein Großteil unserer Straßen – weitaus mehr als 20 Straßen – in einem erbärmlichen Zustand befindet.

In dem besagten Beitrag im Mitteilungsblatt wird auch der falsche Eindruck suggeriert, dass 2009 das Straßenausbauprogramm eingestellt wurde.

Es wurde auf Entscheidung des damaligen Bürgermeisters und der ihn stützenden Parteien (CDU/FDP) ausgesetzt, weil die Gemeinde finanziell nicht einmal in der Lage war, den jeweiligen Eigenanteil nach dem Kommunalabgabengesetz (KAG) aufzubringen.

Aus gleichem Grund erfolgte die Instandsetzung von Gebäuden im Gemeindebesitz nur noch, wenn „Leib und Leben“ in Gefahr waren. Dies geschieht häufig aus dem Irrglauben, die Bürgerinnen und Bürger zu schonen. Meist ist jedoch das Gegenteil der Fall. In aller Regel sorgt die Verlagerung von Problemen in die Zukunft nicht für deren Lösung, sondern trägt vielmehr zu einer Verschlimmerung der Ausgangssituation bei.

Schlaglöcher sind nicht unbedingt mein Thema, obwohl diese den Zweiradfahrer eher als den Autofahrer gefährden. Nicht ausgebaute Anliegerstraßen verfügen in aller Regel weder über eine zeitgemäße Straßenentwässerung (Entwässerungsgräben müssen von der Gemeinde auf Kosten der Allgemeinheit frei von Bewuchs gehalten werden) noch über Straßenbeleuchtung. Witterungseinflüsse erfordern laufende Reparaturen an nicht sachgemäß gebauten Straßen.

Andererseits trommeln die GRÜNEN für die fahrradgestützte Verkehrswende. Mehr noch als der Autofahrer sind Fahrradfahrende auf einen befahrbaren Straßenzustand angewiesen. Auch E-Mobile, Rettungsdienste, der ÖPNV und die Müllabfuhr benötigen Straßen.

Vielleicht sollte man auf das klimaneutrale Pferd und Kutschen anstelle des Fahrrads setzen und horrende Planungs- und Baukosten für Radwege sparen, weil dann unbefestigte Wege ausreichend sind. Allerdings sind Wirtschaftswege ebenfalls von den Gemeinden zu unterhalten.

Bereits 2018 wurde das KAG in NRW gerade im Bereich des Straßenausbaus und der Straßenausbaubeiträge verändert, allerdings nicht im Sinne der SPD wie in anderen Bundesländern auch, nämlich auf Straßenausbaubeiträge zu verzichten. Aber 2018 war vor der Kommunalwahl. Einfach mal lesen.

 

 

Suchen

Nicole Berka Bürgermeisterin

Taschengeldbörse Neunkirchen-Seelscheid

Sebastian Hartmann MdB

Deutscher Bundestag Mediathek

Bildergebnis für logo deutscher bundestag

SGK NRW

WDR - Landtagslupe

Lesetipp

Vorwärts

Nachrichtenticker

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Downloads

Haushaltsrede

Presse

Wahlbezirke

Wahlprogramm

Wahlzeitung