VRS-Tarif: SPD gegen Tariferhöhung von 8 %

Veröffentlicht am 05.09.2006 in Kreistagsfraktion

Nein zum Preishammer der Verkehrsunternehmen

Die im Beirat des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS) zusammengeschlossenen Verkehrsunternehmen haben in ihrer heutigen Sitzung gefordert, den Verbundtarif zum 1.1.2007 um durchschnittlich 8 % zu erhöhen.

Die SPD-Kreistagsfraktion lehnt diese Tariferhöhung eindeutig ab!

Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Peter Ralf Müller , zu der Forderung: „Die SPD-Kreistagsfraktion lehnt eine Tariferhöhung in dieser Höhe ab. Eine Tariferhöhung muss transparent, nachvollziehbar und schlüssig sein. Für die Forderung der Unternehmen gibt es in dieser Höhe jedoch keine Begründung. Das ist ein Preishammer, der in der Politik keine Zustimmung findet und von der SPD-Kreistagsfraktion energisch zurückgewiesen wird.“

Die Verkehrsunternehmen begründen ihre Forderung vor allem mit deutlichen Kürzungen bei den Ausgleichszahlungen für die ermäßigte Beförderung von Auszubildenden bzw. für die unentgeltliche Beförderung von schwerbehinderten Menschen durch Bund und Land. Gleichzeitig können die Unternehmen einen weiteren Aufwandsanstieg nicht vermeiden. Insbesondere ist mit einer weiteren Verteuerung von Strom und Dieselkraftstoff zu rechnen.

Dies wird von der SPD-Kreistagsfraktion nicht verkannt. Dietmar Tendler, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion und Mitglied im VRS-Zweckverband: „Verbundweit sind fehlende Zuschüsse in Höhe von. 14,1 Millionen € zu verkraften, die noch nicht durch die Tariferhöhung zum 01.01.2006 kompensiert wurden. Die Verantwortlichen in Bund und Land müssen wissen, dass der ÖPNV ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge ist, auf den viele Menschen angewiesen sind. Viele Pendler aus dem Rhein-Sieg-Kreis würden wieder auf das Auto umsteigen. Daher muss Schluss sein mit den Kürzungen durch Bund und Land im Nahverkehr! Niemand darf sich in Berlin und Düsseldorf täuschen: Die Kommunen sind nicht in der Lage einzuspringen. Bei Kürzungen dieses Ausmaßes müssen Leistungen gekürzt oder die Tarife überproportional erhöht werden.“

Dennoch sind die 8 % unbegründet: Nach den von den kommunalen Verkehrsunternehmen bis Juli vorliegenden Zahlen bezüglich des zusätzlichen Aufwandes in Höhe von verbundweit 8,5 Millionen € netto ist – auch unter Berücksichtigung der 14,1 Millionen. € fehlender Zuschüsse – eine Tarifanpassung in Höhe von durchschnittlich 8 % eindeutig nicht erforderlich. Dietmar Tendler: „Für Preiserhöhungen bei öffentlichen Leistungen müssen nachvollziehbare Gründe vorliegen. Dies bedeutet, dass die notwendige Kostensteigerung und die Kürzung der Zuschüsse über die Tariferhöhung ausgeglichen werden müssen. Alles darüber trägt die SPD nicht mit!“

Die Diskussion im Unternehmensbeirat ist für die SPD nicht nachvollziehbar. Dietmar Tendler: „Ich bedaure, dass die Unternehmen nicht bereit waren, einen an Hand der gemeldeten Kostenentwicklung und der weggebrochenen Zuschüsse entwickelten, nachvollziehbaren Tarifvorschlag zu machen.“ Nach den der SPD vorliegenden Informationen hat insbesondere Walter Reinarz, der Kölner CDU-Vorsitzende und KVB-Vorstand, die 8 % gefordert. Sebastian Hartmann, Vorsitzender der SPD Rhein-Sieg: „Ich bedaure das Verhalten von Herrn Reinarz. Seine Position hat mit sachorientierter Politik nichts mehr zu tun. Anstatt im Bündnis von Unternehmen und Politik in der Region gemeinsam ein Signal Richtung Berlin und Düsseldorf zu senden, mit den Kürzungen anders umzugehen, wird nun eine völlig unnötige Konfrontation zwischen den Unternehmen und der Politik im VRS aufgebaut. Dieser Preishammer-Beschluss der Unternehmen löst kein Problem, sondern schafft völlig unnötig neue Probleme! So lässt sich der notwendige neue Tarif 2007 den Bürgerinnen und Bürgern nicht erklären. So werden Kunden verschreckt, nicht gewonnen.“

Suchen

Nicole Berka Bürgermeisterin

Taschengeldbörse Neunkirchen-Seelscheid

Sebastian Hartmann MdB

Deutscher Bundestag Mediathek

Bildergebnis für logo deutscher bundestag

SGK NRW

WDR - Landtagslupe

Lesetipp

Vorwärts

Nachrichtenticker

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Downloads

Haushaltsrede

Presse

Wahlbezirke

Wahlprogramm

Wahlzeitung