Die erneute Reduzierung von Öffnungszeiten der Gemeindebücherei Seelscheid stößt auf Empörung und Unverständnis bei den Nutzern dieser Bibliothek.
Dem kann ich mich als Ratsmitglied nur anschließen, denn ich fühle mich durch die Verwaltungsspitze getäuscht!
Die Begründungen im Mitteilungstext vom 23.05.2011, die der Beigeordnete im Auftrag des Bürgermeisters zur Information der Ratsmitglieder formuliert hatte, klangen mit einigem Wohlwollen nachvollziehbar:
„Jetzt gibt es Handlungsdruck dadurch, dass eine Mitarbeiterin zum 30.06.2011 gekündigt hat … und es nicht zulässig ist, eine Neueinstellung als Ersatz vorzunehmen. Auch eine Beschäftigung von bisher in Neunkirchen eingesetztem Personal ist nicht möglich. Da die Bücherei immer mit zwei Personen gleichzeitig arbeitet, ist eine Kürzung der Öffnungszeiten um sechs Stunden unumgänglich.“
Bereits vor eineinhalb Jahren wurde im Haushaltentwurf 2010 auf das Ausscheiden einer Mitarbeiterin hingewiesen.
Eine Kürzung der Öffnungszeiten war in 2010 offenbar nicht erforderlich!
Die Problematik von Neueinstellungen im Nothaushalt, in dem sich Neunkirchen-Seelscheid seit 2010 erneut befindet, bezieht sich auf so genannte „freiwillige“ Leistungen, zu denen leider öffentliche Büchereien gehören.
Die Durchführung der Bürgermeistersprechstunde ist in Seelscheid weder an das Bürgerbüro, noch an die Bücherei und schon gar nicht an deren Öffnungszeiten gebunden. Es gibt weitere gemeindliche Räume in Seelscheid. Die Öffnungszeiten des Bürgerbüros und der Fahrplan des Bürgerbusses sind zwar nicht losgelöst von der Seelscheider Gemeindebücherei zu betrachten, sie sollten sich aber an den Öffnungszeiten der Bücherei orientieren und nicht umgekehrt.
Nachdem der Gemeinderat bislang nicht am Entscheidungsprozess der Verwaltung beteiligt wurde, hat die SPD-Fraktion die unverzügliche Behandlung im Haupt- und Finanzausschuss beantragt. Den Antrag lesen Sie im folgenden Beitrag bzw. hier.
Ulrich Galinsky
Vorsitzender
SPD Neunkirchen-Seelscheid