Cash Back-Mogelpackung

Veröffentlicht am 03.02.2021 in Finanzen

Wolfgang Maus

Im Wahlkampf hatte die CDU-Kandidatin den Gewerbetreibenden versprochen, das Kreuz auf dem Stimmzettel für die Wahl zur Bürgermeisterin mit einer Gewerbesteuerrückerstattung zu honorieren. Beim Handel nennt man das Cash Back: Der Hersteller verspricht dem Kunden beim Kauf einer Ware, über den Händler einen kleinen Betrag zu erstatten. Hier sollte das Versprechen vage über zukünftige Steuereinnahmen aus neuen Gewerbegebieten eingelöst werden.

Nun will die CDU im Haushaltsjahr 2021 die Gewerbesteuern um einen Prozentpunkt senken. Zahlen sollen die als solidarischen Beitrag bezeichnete Zwangsabgabe alle Einwohnerinnen und Einwohner mit Grundbesitz über eine Erhöhung der Grundsteuern. Nun ist aber die Mehrzahl der Gewebetreibenden auch Eigentümer von Immobilien und muss dann auch für die erhöhte Grundsteuer aufkommen. Nur der betrieblich genutzte Teil des Grundstücks kann steuermindernd geltend gemacht werden. Schon von daher entpuppt sich das vermeintliche Steuergeschenk zur Stützung der von der Pandemie betroffenen Gewerbebetriebe, als Mogelpackung: Was an die linke Hosentasche erstattet wird, wird aus der rechten herausgenommen!

Von dem lauwarmen Steuererstattungsregen würden zudem auch die Betriebe profitieren, die bislang verlustfrei durch die Pandemie gekommen sind oder z.B. als Lebensmitteleinzelhandel überhaupt nicht betroffen sind. Auch zahlreiche Handwerksbetriebe, die zwar unter erhöhten Hygienebedingungen arbeiten müssen, haben weiter volle Auftragsbücher. 

Und es ist auch nicht so, dass, wie die CDU vorrechnet, die Grundsteuern im Gegenzug lediglich nur um einen Prozentpunkt erhöht würden. Eine Gewerbesteuersenkung von einem Prozentpunkt kann sich nur auf den aktuellen Steuersatz von 515 % beziehen. Dieser soll im Haushalt 2021 auf 514 % gesenkt werden. Im Entwurf für den Haushalt 2021 sieht der Kämmerer zum Haushalsausgleich einen Gewerbesteuersatz von 519 % vor. Dies folgt aus dem vom Land vorgegebenen Sanierungsplan. Also fehlen in 2021 dann fünf Prozentpunkte, die von den Grundsteuerzahlern aufgefangen werden müssen, um den Haushaltausgleich nicht zu gefährden. Bei den Grundsteuern sind im Haushaltsentwurf 2021 bereits 11 Prozentpunkte zusätzlich eingeplant, um die von CDU, den GRÜNEN und der FDP im Dezember 2020 beschlossenen Prestigeobjekte Ausbau des Leichtathletikstadions Höfferhof und den Fußballrasenplatz in Breitscheid zu finanzieren. Im Ergebnis sollen die Grundstückseigentümer die Gewerbesteuerreduzierung um einen Prozentpunkt mit Erhöhungen der Grundsteuern von 16 Prozentpunkten finanzieren.

Statt einer Umverteilung von Steuermitteln erscheint es der SPD erfolgsversprechend, unsere heimischen Gewerbebetriebe nachhaltig zu stärken und zukunftsfest zu machen. Da ist z.B. die Schaffung einer lokalen Internetpräsenz zu nennen, wo sich in einem digitalen Marktplatz unsere Betriebe mit ihrem Angebot präsentieren können. Der Internethandel floriert und davon profitieren auch lokale Händler mit eigener Internetplattform. Es ist verständlich, wenn einzelne Gewerbetreibende sich mit dem digitalen Handel schwertun. Hier bieten sich aber Hilfestellungen an. So könnte ein Workshop unter Beteiligung unserer Werbegemeinschaft, der Fachhochschule Bonn-Rhein-Sieg, Vertreter aus Kommunen mit erfolgreichen Internetplattformen und auch Anbieter solcher Formate wichtige Impulse und Hilfestellungen leisten.

Suchen

Nicole Berka Bürgermeisterin

Taschengeldbörse Neunkirchen-Seelscheid

Sebastian Hartmann MdB

Deutscher Bundestag Mediathek

Bildergebnis für logo deutscher bundestag

SGK NRW

WDR - Landtagslupe

Lesetipp

Vorwärts

Nachrichtenticker

03.07.2026 18:19 Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv
Zum aktuellen Reformpaket der Bundesregierung warnt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Gesundheit der SPD vor negativen Folgen. „Der von der Union durchgesetzte Punkt der Koalitionsausschusseinigung, dass künftig bereits ab dem ersten Tag eine ärztliche Krankschreibung eingeholt werden muss, ist völlig abenteuerlich“, erklärt der Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Boris Velter. „Wenn nun… Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen – Abenteuerliches Vorhaben: Krankschreibungspflicht ab dem ersten Tag ist nicht zielführend und kontraproduktiv weiterlesen

23.06.2026 19:06 Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission
Reform muss zu spürbaren Verbesserungen gegenüber dem Status quo führen Der Abschlussbericht der Rentenkommission ist eine gute Grundlage für eine umfassende Reform, die wir jetzt gründlich beraten und dann auf den Weg bringen wollen. „Die Kommission hatte die Aufgabe, Vorschläge zu entwickeln, wie insbesondere Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen ihren Lebensstandard im Alter sichern… Dagmar Schmidt zu den Empfehlungen der Rentenkommission weiterlesen

20.06.2026 12:14 Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag
117 Millionen Menschen auf der Flucht Gabriela Heinrich, menschenrechtspolitische Sprecherin: Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag der Vereinten Nationen, wird daran erinnert, dass Millionen Menschen gezwungenermaßen ihre Heimat verlassen mussten. Hinter den Zahlen stehen persönliche Geschichten und individuelle Schicksale. „Aktuell sind weltweit über 117 Millionen Menschen auf der Flucht, darunter viele Kinder, oftmals ohne die Begleitung… Gabriela Heinrich zum Weltflüchtlingstag weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Downloads

Haushaltsrede

Presse

Wahlbezirke

Wahlprogramm

Wahlzeitung