70 Jahre Sozialdemokratie in Neunkirchen-Seelscheid

Veröffentlicht am 16.09.2015 in Ortsverein

Ulrich Galinsky, Vorsitzender SPD Neunkirchen-Seelscheid

Bereits am 05.09.1945, also knapp vier Monate nach dem offiziellen Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa, gründeten Sozialdemokraten die „S.P.D. Seelscheid-Neunkirchen“. Zwölf Jahre zuvor – am 22.Juni 1933 – wurde die SPD durch die Nazis verboten. Sozialdemokraten gingen ins Exil, in den Untergrund oder wurden in sogenannte „Schutzhaft“ genommen, in der Regel ohne konkreten Tatvorwurf und ohne Beteiligung der Justizorgane.

Die Tagesordnungen der Mitgliederversammlungen der Nachkriegszeit waren von der Hilfe für Ostflüchtlinge und Evakuierte bestimmt, denn es mangelte an Unterbringungsmöglichkeiten, Versorgung mit Betten, Hausrat, Bekleidung und Brennholz. 1949 sollten 12 Flüchtlingsbauten in der Gemeinde errichtet werden.

Die britische Militärregierung setzte nach dem Krieg Gemeinderäte zur kommunalen Selbstverwaltung ein, deren Mitglieder aus der Bevölkerung vorgeschlagen wurden. Die ersten Wahlen fanden am 15.09.1946 statt. Bei den Wahlen am 17.10.1948 wurden erstmalig je zwei Sozialdemokraten in die Gemeinderäte gewählt, darunter der erste Vorsitzende des Ortsvereins der „S.P.D.“, Johann Dietrich.

Politische Parteien sind der organisierte Zusammenschluss von Menschen, die danach streben, möglichst viel politische Mitsprache zu erringen, um sachliche oder ideelle Ziele zu verwirklichen. Dazu gehört u.a., politische Entscheidungspositionen zu besetzen. Dies gelang in 70 Jahren zweimal. 1984 wurde Peter Pfundner (†) ehrenamtlicher Bürgermeister der am 01.08.1969 nach kommunaler Neuordnung entstandenen kreisabhängigen Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid. Mit der Wahl von Nicole Sander, zur mittlerweile hauptamtlichen Bürgermeisterin am 25.05.2014, gelang die oben aufgeführte Zielsetzung zum zweiten Mal.

In einer Feierstunde am 06.09.2015 würdigte der Vorsitzende der SPD Neunkirchen-Seelscheid die parteipolitische Arbeit vieler Genossinnen und Genossen der vergangenen 70 Jahre. Erstmals konnten Parteimitglieder für 50-jährige Mitgliedschaft geehrt werden. Die Ehrung nahmen Nicole Sander, Sebastian Hartmann MdB und Kreisvorsitzender sowie Dirk Schlömer MdL vor, die zuvor Grußworte an die ca. 70 anwesenden Gäste der Veranstaltung richteten. Mit Urkunden und Anstecknadeln sowie einem Präsent wurde weiteren Parteimitgliedern für 40 – bzw. 25 Jahre gedankt.

v.l.n.r.: Ulrich Galinsky,  Siegfried Zessinger (50), Ulrich Otter (50), Sebastian Hartmann MdB, Gerhard Schütterle (25), Dirk Schlömer MdL, Robert Helten (50), Bürgermeisterin Nicole Sander, Horst Viehmann, Günter Thurnburg (50), Günter Pöpperl (40) und Wolfgang Maus (40). Mitgliedsjahre in Klammern. © Foto: Galinsky

Am anschließenden Sommerfest beteiligten sich Bürgerinnen und Bürger, die Asylbewerber und Flüchtlinge unserer Gemeinde sowie deren ehrenamtliche Helfer, die sie z.B. beim Sprachunterricht, bei der Kinderbetreuung, bei der Lebensmittelausgabe, bei Arzt- und Behördengängen unterstützen. Zwei Bürgerinnen fragten nach, wie sie sich in die ehrenamtliche Hilfe einbringen können, und wurden an den Arbeitskreis „Flüchtlingshilfe“ verwiesen, der von Frau Pfarrerin Scharf gegründet wurde und mittlerweile von Herrn Joachim Freyer organisiert wird.

herbstliches Sommerfest der SPD in der Aula der Gesamtschule Neunkirchen © Foto Arnd Geb

Für das leibliche Wohl am Nachmittag sorgten Flüchtlingsfamilien zusammen mit unserer Genossin Rola Khalaf, die Speisen aus ihren Heimatländern zubereiteten. Für den musikalischen Rahmen der Veranstaltung sorgten die Balkan Brass Band und die Band von Enis Ibraimovski. Orientalischen Tanz bot die Gruppe Al Salam aus Remscheid. Nach Aufforderung durch die Tänzerinnen ließ es sich das Publikum nicht nehmen, ebenfalls ausgelassen zu tanzen.  

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