Schwimmbad und Schulpolitik – ein Widerspruch?

Veröffentlicht am 27.12.2008 in Gesundheit

Vor kurzem stimmte die SPD der Sanierung und der Erweiterung des Schwimmbades zu, was in einigen Bevölkerungskreisen zu gewisser Irritation geführt haben mag. Es zeichnet sich ab, dass das Schwimmbad wegen Einsturzgefahr geschlossen bleibt. Umbau und Sanierung werden ein Jahr dauern und Kosten in sechsstelliger Höhe verursachen.

Ach, dem teuren Sanierungsprogramm des Schwimmbades stimmen sie zu, aber nicht der Umgestaltung der Realschule? Welch ein Widerspruch!“ So stelle ich mir die Gedanken vor, die sich nun einige mehr oder weniger laut gestellt haben mögen.

Ich persönlich sehe darin keinen Widerspruch und niemand von uns aus der SPD hatte auch nur ansatzweise damit Probleme, dem Sanierungsantrag zuzustimmen. Die von den Gemeindewerken vorgeschlagene Variante, die dann auch mehrheitlich beschlossen wurde, ist sinnvoll.

Ob die baulichen Veränderungen für die Realschule der Weisheit letzter Schluss sind, wird sich noch zeigen.

Neunkirchen-Seelscheid ist eine liebenswerte Gemeinde. Sie ist persönlich und menschlich, voller unterschiedlichster Charaktere und doch so harmonisch.

Und wo ist das Problem, wenn wir einem Antrag zustimmen, der allen Bürgerinnen und Bürgern zugute kommt? Müssen wir immer, vielleicht auch schon mit Blick auf den bevorstehenden Wahlkampf, allen Anträgen aus „fremden“ Parteien grundsätzlich ablehnend gegenüber stehen?

Ein Schwimmbad in unserer Gemeinde hat – abgesehen von den Betriebskosten – nur Vorteile. Angefangen von den kurzen Wegen unserer Bürgerinnen und Bürger ins Bad, weiter mit dem umfangreichen Gesundheitsangebot im Wasser und dem Wohlfühlfaktor, bedingt durch die herrlich warme Wassertemperatur und der Möglichkeit für unsere Kinder, dort Schwimmen zu lernen.

Mehr als sinnvoll erscheint auch, den Eingang zum Schwimmbad direkt und barrierefrei zu gestalten.

Sollen wir künftig alle immer nach Siegburg oder Troisdorf fahren, wenn wir schwimmen wollen? Warum nicht auch Potenziale in unserer Gemeinde erhalten, die neben gesundheitlichen Faktoren noch für Arbeitsplätze sorgen?

Im Mai 2008 schlug die DLRG mit der Meldung Alarm, dass lediglich rund 40 Prozent der Zehnjährigen schwimmen können. Vor fünf bis zehn Jahren waren es noch 95 bis 100 Prozent, aber heute? Als Hauptgrund nennt die DLRG, dass die meisten Schwimmbäder in den 50-er und 60-er Jahren erbaut wurden und sich heute in marodem Zustand befänden. Statt aber in die Sanierung zu investieren, machten die Kommunen die Bäder oftmals dicht.

Dieser Entwicklung will die SPD zumindest in unserer Gemeinde entgegen steuern. Wir wollen, dass unsere Kinder die Möglichkeit haben, hier vor Ort in unserer Gemeinde ins warme Nass zu springen, sich an das Wasser zu gewöhnen, ihre Motorik zu optimieren und spielerisch schwimmen zu lernen.

Und wir wollen, dass sich der Wohlfühlfaktor für alle Bürgerinnen und Bürger in unserer Gemeinde erhöht, wenn man die therapeutische Wirkung der Bewegung in warmen Wasser bei bestimmten orthopädischen Problemen betrachtet, denen wir uns alle irgendwann mehr oder weniger früh oder spät ausgesetzt sehen werden.

Ist das wirklich ein Widerspruch zu der von uns geforderten Sparpolitik? Sicherlich nicht, das werden Sie schnell für sich feststellen, wenn Sie darüber nachdenken.

Ihre
Martina Kausch

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