Nicht nur der Borkenkäfer verursacht Flurschäden!

Veröffentlicht am 24.02.2021 in Finanzen

Ulrich Galinsky

Seit dem Jahr 2014 trägt der Haushalt der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid den Titel „Haushaltssatzung (Jahreszahl) und Haushaltssanierungsplan 2012 – 2021“. Das verdeutlicht zumindest den deutschsprachigen Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde, dass etwas in den Jahren 2012 bis 2021 an den Finanzen der Gemeinde wirtschaftlich gesunden muss!

2012 ist der Rat der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid freiwillig dem Stärkungspakt Stadtfinanzen beigetreten und ist damit der Überschuldung der Gemeinde gemäß § 75 der Gemeindeordnung NRW zuvorgekommen, weil das Eigenkapital verbraucht war. Die Überschuldung ist gesetzlich verboten. Zehn Jahre lang, bis 2021 einschließlich, waren über 40 Einzelmaßnahmen durch die Gemeindeprüfungsanstalt Herne angeordnet, darunter u.a. jährliche Steuererhöhungen.

 

Unsere Bürgermeisterin hat 2014 das finanzielle Chaos übernehmen müssen und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung für geordnete Verhältnisse der gemeindlichen Finanzen gesorgt und dafür sind wir ihr und den Verantwortlichen im Rathaus dankbar.

Nun habe ich den Eindruck, dass genau diejenigen, die bis 2009 für die finanzielle Misswirtschaft im Rat der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid mehrheitlich verantwortlich waren (CDU und FDP), schon wieder die Flurschadenbretter unterschnallen und finanzielle Verpflichtungen eingehen, die unseres Erachtens entbehrlich sind und die Grundsteuerzahler (Landwirte, Immobilienbesitzer und Mieter) unverhältnismäßig belasten. Die Gewerbesteuerzahler werden bewusst ausgeklammert, obwohl einige Gewerbesteuerzahler (Handwerker, Lebensmittelhändler, Drogerien, Apotheken, Tankstellen) von der Pandemie kaum betroffen sind. Andererseits unterliegen viele nicht selbstständige Steuerzahler ebenso den Folgen der Pandemie und müssen finanzielle Einbußen (Kurzarbeitergeld, Arbeitslosigkeit) ertragen.

 

Dies alles ist auch nur deshalb möglich, weil Bündnis 90/DIE GRÜNEN in Nibelungentreue den auf zwei Ratsmitglieder geschrumpften, liberalen Partner der CDU mehr als voll umfänglich ersetzen. Damit kann die CDU ihr Wahlversprechen umsetzen, die Gewerbesteuer nicht zu erhöhen, und die Grünen werfen dafür ihr Wahlversprechen (siehe Wahlprogramm 2020) über Bord, keine „Abgaben“ in dieser Wahlperiode zu erhöhen!

 

Es ist auch zu beobachten, dass die CDU nach und nach Entscheidungen der letzten Wahlperiode einkassiert, die von Rot-Grün beschlossen wurden. Drei Wochen vor Weihnachten haben Schwarz-Grün entschieden, Fördermittel für den Ausbau des Sportplatzes an der Höfferhofer Straße und den Ausbau eines zweiten Fußballfeldes in Breitscheid zu beantragen. Im Haushaltsplanentwurf 2021 waren zunächst dafür keine Eigenmittel vorgesehen. Im veröffentlichten Haushaltsplanentwurf 2021 werden nun im nötigen Umfang die Grundsteuern dafür um je 11 Prozentpunkte erhöht. Soweit so schlimm!

 

Bis zur Entscheidung über Steuererhöhungen, die am 18.02.2021 gefallen ist, lagen keine Bewilligungsbescheide über Fördermittel für die Sportplätze vor. Der Steuerzahler zahlt ein Jahr erhöhte Steuern, die für vorgesehene Maßnahmen u.U. gar nicht benötigt werden. Er ist gegenüber dem Gebührenzahler auch schlechtergestellt, weil der Gebührenzahler Anspruch auf Rückerstattung hat, wenn die Bemessung der Gebührenhöhe nicht gerechtfertigt war.

Das grüne Versprechen, im nächsten Haushaltsjahr den Steuerzahler ggf. zu entlasten, ist angesichts leerer Kassen bei Bund, Ländern und Gemeinden unrealistisch und unseriös, weil auch sämtliche Preise demnächst nur einen Weg kennen werden – den nach oben – um Verluste in der Pandemie zu kompensieren.

 

Den Weg, uns mehr oder weniger schadlos an Hundebesitzern zu halten, haben wir auch schon im Dezember 2020 abgelehnt. Dies lässt sich nur an anderen Steuerschrauben ausgleichen, rechtfertigt aber nicht die massiven Steuererhöhungen, die durch die restlichen Parteien im Gemeinderat am 18.02.2021 gegen die Stimmen der SPD und größtenteils gegen die Empfehlungen der Verwaltung beschlossen wurden.

 

Bemerkenswert ist, dass sich die Bürgermeisterin bei der Abstimmung über den Haushalt der Stimme enthalten hat.

 

 

    

Suchen

Nicole Berka Bürgermeisterin

Taschengeldbörse Neunkirchen-Seelscheid

Sebastian Hartmann MdB

Deutscher Bundestag Mediathek

Bildergebnis für logo deutscher bundestag

SGK NRW

WDR - Landtagslupe

Lesetipp

Vorwärts

Nachrichtenticker

30.03.2026 18:07 Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken
Eine verlängerte Nutzung von Kohlekraftwerken nach 2038 wäre weder notwendig noch sinnvoll Die Erneuerbaren sind die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Erzeugung.  Es bedarf allerdings nun auch des entschlossenen Willens der Koalition und der federführenden Bundeswirtschaftsministerin, die gesetzlichen Hebel weiter auf eine systemische Umstellung zur Nutzung Erneuerbarer Energien zu stellen. „Eine verlängerte Nutzung von… Nina Scheer zur Reaktivierung von Kohlekraftwerken weiterlesen

25.03.2026 17:51 Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm
67 Maßnahmen, sieben Ministerien, ein Klimaschutzprogramm Die aktuelle Weltlage mit Konflikten, die sich massiv auf unsere Energieversorgung auswirken, zeigt eindeutig: Wir müssen schnell unabhängig von fossilen Energieträgern werden. Das heute von Bundesumweltminister Carsten Schneider vorgelegte Klimaschutzprogramm zeigt einen fairen Weg zur Erreichung der Klimaziele 2030 sowie für mehr Versorgungssicherheit auf. „Dieses Klimaschutzprogramm ist für die… Jakob Blankenburg zum Klimaschutzprogramm weiterlesen

25.03.2026 17:50 Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts
Ich begrüße die Impulse von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil ausdrücklich. Deutschland steht an einem Wendepunkt. Wir brauchen ein neues Wirtschaftsmodell: eines, das konsequent auf Innovation setzt, technologische Führerschaft ermöglicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohlstand in der Breite der Gesellschaft ankommt. „Innovation und Gerechtigkeit sind die Grundlage für nachhaltiges Wachstum und breiten Wohlstand in Deutschland. Deshalb… Eine notwendige strategische Perspektive für die Zukunft unseres Wirtschaftsstandorts weiterlesen

Ein Service von websozis.info

Downloads

Haushaltsrede

Presse

Wahlbezirke

Wahlprogramm

Wahlzeitung