Die Vorteile von Cook & Chill

Veröffentlicht am 12.05.2008 in Kommunalpolitik
Tag für Tag frische Mahlzeiten, die alle Komponenten eines ausgewogenen Speiseplans enthalten. Der Einsatz von frischen Salaten, Desserts und Obst runden das Tagesmenü ab. Alle Gerichte kommen frisch zubereitet - wie bei der konventionellen Küche auch - auf den Teller und sind frisch in Geschmack, Aussehen und Konsistenz. Für den Gast bedeutet dies, täglich schmackhaftes, vitamin-reiches und ernährungsphysiologisch vollwertiges Essen. Vor Ort entfallen lange Produktionsprozesse. Aufwändige Küchentechnik mit hohem Personalbedarf gehört der Vergangenheit an. Umfangreiche Lagerhaltung und hoher Arbeitsaufwand entfallen. Das Fertiggaren ist unkompliziert und schnell. Benötigt werden lediglich:
  • Kombidämpfer
  • Kleine Kochzeile
  • Warme / Kalte Ausgabe
  • Spülmöglichkeit

Meine Großmutter und die Neunkirchener Mensa

Mein Vater stammt aus einer christlichen und gottesfürchtigen Familie. Meine Großmutter kochte jeden Tag frisch und schmackhaft, meistens Kartoffeln und Gemüse. Fleisch gab es nur an Sonn- und Feiertagen.

Obwohl die Familie ein materiell eher bescheidenes Leben fristete, kochte meine Großmutter immer so reichlich, dass mindestens eine Erwachsenenportion in den Kochtöpfen blieb.

Auf dem gedeckten Tisch gab es übrigens immer ein Gedeck mehr als Personen anwesend waren. Sie sagte immer: „Man weiß nie, wer noch zu Besuch kommt, ich möchte dann nicht mit leeren Händen da stehen.“

Dieser „bevorratete Platz“ hieß in unserer Familie nur:

„De Platz för de Man op de Heed“

Tatsächlich geschah es auch zwei- bis drei Mal im Jahr, dass mittags unerwarteter Besuch auftauchte. Dann beeilte sich meine Großmutter ihn zu bewegen, zum Essen zu bleiben. Nahm der Besuch die Einladung an, so strahlte sie: „Gut, dass ich mehr gekocht habe. Es sollen ja alle satt werden.“

Die SPD Neunkirchen-Seelscheid hat natürlich nichts dagegen, wenn die Kinder der Realschule zukünftig die Möglichkeit haben, eine Ganztagsrealschule zu besuchen.

Wir haben aber etwas dagegen, den überdimensionierten Mensabau im Nachhinein als weise vorausgeplant zu legitimieren.

Es mussten ja sowieso schon alle Schulen in der Gemeinde zur Begründung der notwendigen Produktion von „1.000“ Essen herhalten.

Daher ist die Idee, die Realschule auf Ganztagsbetrieb umzurüsten, in sofern nützlich, dass die Wahrscheinlichkeit steigt, dass diese Kinder auch am Mittagessen teilnehmen.

Da die Mensa in dieser Dimension nun (leider) gebaut wird, wird sich die SPD Neunkirchen-Seelscheid über jedes Kind freuen, das dann auch tatsächlich, ein „subventioniertes“ Essen abnimmt und die Betriebskosten rechtfertigt.

Die Freude über jedes essende Kind (angesichts der geplanten Essensmengen) ist vergleichbar mit der Freude meiner Großmutter über jeden unerwarteten Gast.

Heinz Peter Vogel

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