Die Jüngsten sind vorbildlich

Veröffentlicht am 06.03.2013 in Jugend
Karin Jagusch

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

das Kinder- und Jugendparlament der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid wurde vor ein paar Jahren gegründet, um unsere Kinder und Jugendlichen bei der Gestaltung ihrer Umgebung und an Planungen und Entscheidungen, die sie betreffen, in einer Art und Weise zu beteiligen, wie es in einer Demokratie üblich ist. Mit 38 in den Schulen gewählten Schülerinnen und Schülern hat das Kinder- und Jugendparlament fast genauso viele Mitglieder wie der Gemeinderat. Deshalb tagt es auch wie der Gemeinderat mehrmals im Jahr und regelmäßig im großen Sitzungssaal des Rathauses.

Leider scheint das Interesse an dieser Einrichtung zu erlahmen, denn am 26.02.2013 fanden sich zum Beginn der 16.Sitzung nur acht Schülerinnen und Schüler ein. Erst um 14.20 Uhr konnte die Sitzung beginnen, nachdem der Vorsitzende und weitere sieben Schülerinnen und Schüler eingetroffen waren. Dies führte letztlich dazu, dass die vorgesehene Tagesordnung in Windeseile abgearbeitet wurde.

Als Mutter zweier Kinder, die unsere Schulen in der Gemeinde besuchten, bzw. noch besuchen und Kommunalpolitikerin, die sich im Schwerpunkt für Schule und Familie engagiert, besuche ich regelmäßig die Sitzungen des Kinder- und Jugendparlaments als Zuhörerin. Eine derartig geringe Beteiligung habe ich bislang noch nicht erlebt. Unabhängig davon, dass manche Schulen überhaupt nicht vertreten waren, ist das Fehlen von mehr als der Hälfte der an den Schulen gewählten Schüler und Schülerinnen wohl kaum mit witterungsbedingter Erkrankung zu erklären. Auffällig war, dass gerade die weiterführenden Schulen unterrepräsentiert waren. Die vom Kinder- und Jugendparlament ins Leben gerufene und für den 02.02.2013 geplante „Zukunftswerkstatt“ musste wegen zu geringer Teilnahme abgesagt werden. Nun soll ein neuer Versuch unternommen werden, obwohl seit Einführung des Ganztages an den weiterführenden Schulen bzw. für Kinder in der offenen Ganztagsschule eine derartige Veranstaltung an einem ansonsten schulfreien Wochentag allerdings auch ein besonderes „Opfer“ darstellt.

Da die Sitzungen gegen 15.30 Uhr beendet werden müssen, damit Schülerinnen und Schüler, die auf Schulbusse angewiesen sind, auch an ihre Wohnorte in der Gemeinde zurückkehren können, sollten die Sitzungen auch pünktlich beginnen. Wenn es absehbar ist, dass man verhindert ist oder nicht pünktlich erscheinen kann, sollten die Betreffenden gleich ihre Vertreter bitten, an der Sitzung teilzunehmen. Deshalb war auch der Beigeordnete anstelle des anderweitig gebundenen Bürgermeisters anwesend. Aber hinsichtlich der Vertretung ergibt sich der Verdacht, dass manche Schüler und Schülerinnen gar nicht wissen, wer ihre Vertreter sind.
Aufgrund des verspäteten Sitzungsbeginns konnten in der vergangenen Sitzung vorgesehene Tagesordnungspunkte wieder einmal nicht hinreichend behandelt werden, was zum Unmut bei denen führt, denen ein bestimmtes – aber eben nicht behandeltes – Thema am Herzen liegt.
Irgendwo erscheint mir, ein Fehler im System zu sein, den es so schnell wie möglich zu beseitigen gilt.

So bleibt nur zu hoffen, dass das Bild vom Kinder- und Jugendparlament aus dem Jahr 2011 nicht Seltenheitswert erlangt!

Karin Jagusch
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