Antrag auf Einrichtung einer Gesamtschule in Neunkirchen

Veröffentlicht am 07.03.2012 in Schule und Bildung

Die SPD-Fraktion hält es für falsch und spricht sich daher auch dagegen aus, abzuwarten bis die Hauptschule in Neunkirchen wegen zu geringer Schülerzahlen von der Schulaufsichtsbehörde geschlossen wird.

Aufgrund der positiven Erfahrungen von Lehrern, Eltern, Schülerinnen und Schülern in unseren Nachbargemeinden beantragt die SPD-Fraktion die Einrichtung einer Gesamtschule zum nächstmöglichen Zeitpunkt.

Peter Schmitz
Vorsitzender der SPD-Fraktion

Ulrich Galinsky
Ratsmitglied
und Vorsitzender SPD Neunkirchen-Seelscheid

Richmut Rein
Ratsmitglied
und Vorsitzende des Familienausschusses

Hintergrundinformationen:

Die Gemeinderäte von Much und Ruppichteroth hatten im vergangenen Jahr einstimmig beschlossen, die Einrichtung einer Gesamtschule mit zwei Schulstandorten zum Schuljahresbeginn 2012/13 bei der zuständigen Bezirksregierung zu beantragen.
Zunächst war genehmigt, das Anmeldeverfahren bis zum 3.März 2012 durchzuführen. Dieser Termin wurde mit Einverständnis der oberen Schulaufsichtsbehörde (Bezirksregierung Köln) bis zum 15.03.2012 verlängert. Deshalb muss letztlich noch gewartet werden, bis die Form der Gesamtschule feststeht, da die Anzahl der Anmeldungen darüber entscheidet, ob es einen Schulstandort (Much) oder zwei Standorte (Much und Ruppichteroth) geben wird.

Mit großer Wahrscheinlichkeit ist die Gemeinde Much davon ausgegangen, dass beim Anmeldeverfahren Schülerinnen und Schüler mit Wohnort Neunkirchen-Seelscheid berücksichtigt werden können. Dem haben Bürgermeister Meng und eine Ratsmehrheit aus CDU und FDP durch oktroyierte „Vereinbarungen“ widersprochen (siehe auch die Veröffentlichungen vom 27.01. und vom 01.02.2012 auf dieser Seite).

Seit Jahren besuchen Schülerinnen und Schüler aus Seelscheider Ortsteilen die Hauptschule (Ø 3,3 Schüler/-innen pro Jahrgang) und die Realschule in Much (Ø 24,2 Schüler/-innen pro Jahrgang). Schüler und Schülerinnen aus Neunkirchener Ortsteilen besuchten dagegen die Haupt- und Realschule in Neunkirchen. Seit mehreren Jahren „bilden“ Schüler/-innen mit auswärtigen Wohnorten (Winterscheid, Heisterschoß, Happerschoß) den dritten Zug an der Realschule.

Nach der Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid vom November 2011 wurden aufgrund der Anzahl der Grundschüler/-innen und den Erkenntnissen der letzten drei Schuljahre folgende Schülerzahlen prognostiziert:

Schuljahr 2012/13 - Hauptschule 27 - Realschule 85
Schuljahr 2013/14 - Hauptschule 22 - Realschule 70
Schuljahr 2014/15 - Hauptschule 28 - Realschule 87
Schuljahr 2015/16 - Hauptschule 24 - Realschule 74
Schuljahr 2016/17 - Hauptschule 20 - Realschule 62
Schuljahr 2017/18 - Hauptschule 19 - Realschule 60

Während die Anzahl der geborenen Kinder, deren Eltern in der Gemeinde Neunkirchen-Seelscheid wohnen, noch eine ziemlich verlässliche Rechengröße ist, weil sich Zu- und Abgänge von Einwohnern in etwa ausgleichen, hat sich das Schulwahlverhalten der Eltern in den letzten Jahren drastisch verändert. Sie entscheiden sich in der Tendenz verstärkt für Schulformen, die den Bildungsweg für ihre Kinder länger offen halten und den Schülerinnen und Schülern die Chance auf vielfältige Abschlüsse mit mehr Berechtigungen bieten. Somit sind Prognosen, die auf dem Schulwahlverhalten der vergangenen Jahre basieren, nicht mehr zeitgemäß und zweifelhaft.

So verwundert es auch nicht, dass an der Hauptschule Neunkirchen lediglich 15 und an der Realschule Neunkirchen nur 67 Anmeldungen für das Schuljahr 2012/13 erfolgten (Prognosen siehe oben).

Da Struktur- und Schulformänderungen bis Ende eines Jahres beantragt werden müssen, um zum darauffolgenden Schuljahresbeginn genehmigt werden zu können, sollten Gemeinderat, Gemeindeverwaltung und weiterführende Schulen keine Zeit mehr verstreichen lassen, um die zukunftsfähige Schulform für Neunkirchen-Seelscheid zu verwirklichen, die Eltern heute bevorzugen.
Die Gesamtschule ist die Schule, die kein Kind zurücklässt. Sie bietet längeres gemeinsames Lernen und alle Schulabschlüsse unter einem Dach.

Ulrich Galinsky
Ratsmitglied

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